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Juni 2012

Sparkling Elephant Project

Der Monumentalstatue des Amarulaliquor - Elefanten am Johannesburger Flughafen in Südafrika vergleichbar, plant die Momella Foundation in Kooperation mit Communities for Conservation Society Cologne (CCSC) ein lebensgrosses eisernes Elefantengerüst als Dauer-Installation in der Sinya-Steppe unweit des Dorfes Sinya zu errichten. In einem transkontinentalen Kooperationsprojekt zwischen Schülern aus Deutschland und 750 Internatskindern aus Sinya, werden diese mit an Draht aufgezogenen Perlen dem Elefanten seine organische Gestalt verleihen. Wir errichten zudem eine in Suaheli und Englisch verfasste Aufklärungstafel, welche diese monumentale Installation inhaltlich unterstreichen wird. Durch den Prozess des Perlenaufziehens und die eigene Gestaltung des Elefanten, der vor ihren Augen an Form gewinnt, erhalten die Kinder einen ganz persönlichen Bezug zum Thema Wildschutz und können mit Stolz jeden Tag das von ihnen geschaffene Kunstwerk bestaunen. Die Sinya Primary School befindet sich im Sinya Village Tingatinga, Longido. Es handelt sich um eine staatliche Einrichtung. Sie wurde 1977 gegründet und steht unter der Leitung von Felix Mungai. Unter den insgesamt 750 Kindern beherbergt das Internat 245 Mädchen und 505 Jungen, die aus allen Teilen des Landes kommen. Rosena Atuma, ein 11jähriges Mädchen, ist eines dieser Kinder.
Sie kommen aus Elternhäusern, die ökonomisch und sozial nicht in der Lage sind, ihren Kindern ein Heim zu geben. Die Schule, viel zu klein um angemessene Unterkunft für eine derlei grosse Zahl an Kindern zu sein, befindet sich zudem inmitten einer kargen Landschaft ohne adäquate Spielflächen. Die Kinder erhalten eine minimale Nahrungsversorgung und sind darüber hinaus weitgehend sich selbst überlassen. Lediglich 9 Lehrkräfte sind beschäftigt. Es stehen 9 Klassenzimmer zur Verfügung. Das Anliegen der Momella Foundation und CCSC besteht darin, den Kindern eine dauerhafte und sinnvolle den Unterricht ergänzende Aufgabe zu stellen, die sie für die besonders in Sinya prekäre Situation von heimischer Flora und Fauna sensibilisiert. Die Maasai-Steppe / Sinya-Region ist ein alter Migrationskorridor, der sich über die Ländergrenzen hinweg südlich an den Amboseli-Nationalpark in Kenia anschliesst. Vor allem alte Elefantenbullen ziehen sich in dieses Gebiet in eine Art “Altersruhesitz” zurück. Bedingt durch ihr Alter sind es häufig Tiere mit besonders grossen Stosszähnen. Die kenianischen Nationalparks stehen unter gewissen Formen von Schutz vor Wilderei, die seit den 1980er Jahren durch ausgebildete und gut ausgerüstete Ranger effektiv verteidigt werden können. Der tansanische Teil des Amboseli-Ökosystems ist kein Nationalpark und verfügt nicht über diesen Erfahrungshorizont im Schutz seiner Elefanten. Die Gefahr Wilderern zum Opfer zu fallen, stellt daher die grösste Bedrohung der Tiere beim Passieren dieses Gebietes dar. Tausende von Tieren in ganz Afrika fallen der Wilderei alljährlich zum Opfer. In genauen Zahlen bedeutet dies einen Verlust von 38,000 Elefanten pro Jahr. In Tansania zählte man im Jahre 2009 109.051 Elefanten. Verglichen mit einer Zahl von circa 55.000 Tieren in den späten 1980er Jahren stellt dies prinzipiell eine positive Entwicklung dar. Dieser Populationsanstieg resultiert jedoch massgeblich aus dem internationalen CITES Abkommen 1989 zum strikten Verbot des Elfenbeinhandels und in der Folge verstärkten Schutzmassnahmen in den einzelnen Nationalparks. In jüngster Zeit sieht sich Tanzania aufgrund invasiver Nachfrage nach Elfenbein in Asien einerseits und der dramatischen Zersiedlung des Landes andererseits erneut mit einem Rückgang seiner Elefantenpopulation konfrontiert. Die Migrationskorridore als vollkommen ungeschützte Areale zwischen den einzelnen Nationalparks sind von dieser Entwicklung besonders betroffen.

Das Internat in Tingatinga befindet sich in genau jenem Landstrich, der als Migrationskorridor zwischen dem Amboseli Nationalpark und dem Kilimanjaro Nationalpark fungiert. Die Realisierung des Sparkling Elephant Project fokussiert zwei Brennpunkte. Einerseits vermögen wir durch die Arbeit mit den Internatskindern ein spielerisches soziales Umfeld zu schaffen, das den fatalen Lebensumständen der Kinder entgegenwirkt. Andererseits bilden wir aus und schaffen Aufmerksamkeit für die hiesige bedrohte Tierwelt. Es ist besonders wichtig, die junge Generation unter den Einheimischen in den Schutz der ursprünglichen Fauna im Amboseli-Ökosystem einzubinden. Denn jene wird es sein, die, ob ihrem von uns vermittelten Wissen und Empathie, für eine friedvolle Koexistenz von Mensch und Tier auch in Zukunft Sorge tragen wird.

Das Projekt startet im Juni 2012. Über den Zeitraum eines Jahres soll die Statue Schritt für Schritt ins Leben gerufen werden. Dies wird begleitet von zahlreichen medienwirksamen Veranstaltungen, die den Entstehungsprozess effektvoll unterstreichen sollen.