Ernest Hemingway

Ernest Hemingway, amerikanischer Nobelpreisträger für Literatur, war einer der gefeiertsten und einflussreichsten literarischen Stilisten des 20. Jahrhunderts. Seine kritische Reputation ruht solide auf einem schmalen Corpus einzigartiger Prosa mit bestechender Stilistik, emotionaler Tiefe und dramatischer Intensität.

Kindheit im Mittleren Westen
Ernest Miller Hemingway wurde am 21. Juli in Oak Park, Illinois geboren. Sein Vater war Landarzt. Er lehrte dem Sohn das Fischen und Jagen. Seine Mutter, eine äusserst religiöse Frau und sehr aktiv in der örtlichen Kirchgemeinde, bewegte das Kind zum Cellospiel und Chorgesang. Hemingway's frühe Jahre sind gekennzeichnet durch eine Abwehr des weiblichen Einflusses der Mutter und ein Aufgehen im Vaterbild. Er verbrachte die Sommer mit den Eltern in den Wäldern von Michigan und begleitete den Vater hier häufig bei ärztlichen Hausbesuchen. Die Erkenntnis über den Mangel an Courage am eigenen Vater fand später seinen Niederschlag in der Kurzgeschichte „The Doctor and the Doctor's Wife. Der Selbstmord des Vaters einige Jahre später hinterlies beim jungen Hemingway eine tiefe Narbe.

Trotz der intensiven Befriedigung, die Hemingway im Leben in der Natur fand und seiner grossen Popularität in der Schule und beim Sport, lief er zweimal von Zuhause weg. Seine erste Chance wahrhaft auszubrechen kam jedoch erst 1917 mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den 1. Weltkrieg. Begierig seinem Land im Kriege zu dienen, meldete er sich freiwillig zum aktiven Dienst in der Infanterie, wurde jedoch aufgrund von Augenproblemen abgewiesen.

Hemingway verpflichtete sich daraufhin für den medizinischen Dienst des Roten Kreuzes und fuhr einen Ambulanzwagen an der italienischen Front. Er wurde am Knie schwer verwundet und trug indes noch einen weiteren Verwundeten auf dem Rücken zur Krankenstation. Mehrere Geschoss-Splitter entfernte man daraufhin aus seinen Beinen und dem restlichen Körper. Anschliessend wurde Hemingway in der italienischen infanterie verpflichtet und diente an der österreichischen Front bis zum Waffenstillstand. Für seine Tapferkeit wurde er von der italienischen Regierung ausgezeichnet. Er kehrte bald als gefeierter Held zurück in seine Heimat.

Lehrjahre
Kurz nach Ende des Krieges arbeitete Hemingway als Auslandskorrespondent für den Toronto Star. Als er schliesslich nach Michigan zurückkehrte, hatte er bereits beschlossen, sich dem fiktionalen Schreiben zu widmen. Sein excellenter journalistischer Stil und die Publikation einiger seiner experimentellen Kurzgeschichten beeindruckten den populären Autor Sherwood Anderson (1876-1941). Als Hemingway beschloss nach Europa zurückzukehren, überreichte Anderson ihm Empfehlungsschreiben an Gertrude Stein (1846-1946) und Ezra Pound (1885-1972), die beide als Autoren in Europa lebten. Hemingway und seine Braut Hadley Richardson reisten nach Paris, wo er sehr viel von diesen beiden Schriftstellern lernen sollte. Trotz prekärer finanzieller Verhältnisse waren dies die glücklichsten und künstlerisch produktivsten Jahre im Leben des Autors.

1923 publizierte Hemingway sein erstes Buch, Three Stories and Ten Poems. Besonders die Geschichten werfen ein Licht auf Hemingway's aufkeimendes literarisches Genie. Mit In Our Time (1925) knüpfte Hemingway an seine Sommer in Michigan an und schilderte die Einführung des jungen Nick Adams in die Welt des Schmerzes und der Gewalt. Dies war die Geburtsstunde der Heldenfigur, dergestalt sie in Hemingways Werk noch oft erscheinen sollte.

Hauptwerke
Hemingway kehrte 1926 in die Vereinigten Staaten zurück. Im Gepäck hatte er die Manuskripte für zwei Romane und diverse Kurzgeschichten. Im Mai des gleichen Jahres verlegte Scribner's Hemingway's zweiten Roman, The Sun Also Rises. Die Kernaussage des Werkes beschreibt die „verlorene Generation“, eine Gruppe Amerikaner und Engländer, die alle körperlich und emotional im Krieg gelitten haben.

Im Dezember 1929 wurde Farewell To Arms veröffentlicht. Der Roman erzählt die tragische Liebesgeschichte eines amerikanischen Soldaten und einer englischen Krankenschwester vor der Kulisse des Krieges und der zusammenbrechenden Weltordnung. Das Werk enthält den Hemingway Code, die philosophische Aussage, dass der Mensch prinzipiell hilflos ist in einem ihn umgebenden gewalttätigen Zeitalter.

Sein leidenschaftliches Interesse für den Stierkampf drückte Hemingway in der humorvollen und einzigen nonfiktionalen Studie Death in the Afternoon (1932) aus.

1940 veröffentlichte Hemingwaz sein wohl ambitioniertestes Werk For Whom The Bell Tolls. - eine einzigartig klare Erzählung, die weniger lyrisch als seine frühen Werke und vielmehr in dramatischer Prosa verfasst ist.

2. Weltkrieg
Nach dem sowohl unter Kritikern, als auch dem Leserpublikum grossen Erfolg von For Whom the Bell Tolls, verfiel der Auto in ein literarisches Schweigen, das nahezu eine Dekade andauerte und als Konsequenz seines strapaziösen und waghalsigen Engagements während des 2. Weltkrieges zu verstehen ist. 1942 in seiner Rolle als Korrespondent für Collier wurde er Zeuge der blutigsten Kämpfe in Europa. Zu dieser Zeit erhielt er den Spitznamen 'Papa', sowohl seitens militärischer, als auch literarischer Bewunderer.

Als er 1944 in London weilte, traf und heiratete er Mary Welsh, eine Time Reporterin. Seine drei vorhergehenden Ehen - mit Hadley Richardson, Pauline Pfeiffer und Martha Gelhorn, aus denen drei Söhne hervorgingen, endeten allesamt in Scheidung. Im Anschluss des Krieges erwarben Hemingway und seine Frau Mary ein Haus in der Nähe von Havana, Cuba.

Letzte Werke
1952 wurde The Old Man and the Sea, ein Roman über den Kampf zwischen einem alten kubanischen Fischer und einem riesigen Marlin, veröffentlicht. Unmittelbar nach seiner Veröffentlichg bereits als Meisterwerk gefeiert, erhielt das Werk 1953 den Pulitzer-Preis. Ein Jahr später zeichnete das Stockholmer Komittee Hemingway mit dem Nobelpreis für Literatur aus.

Das Dahinschwinden seiner physischen Gesundheit und verstärkte Auftreten mentaler Probleme verminderten Hemingway's literarischen Output in den letzten Jahren seines Lebens.

Auf Druck der revolutionären Regierung unter Fidel Castro musste Hemingway bald seine Finca in Cuba verlassen. Nur wenige Monate nach der Ankunft in seinem neuen Heim in Ketchum, Idaho, begab sich Hemingway in die Mayo Klinik zur Behandlung von Bluthochdruck und Depressionen. Die Therapie seiner Leiden schloss radikale Elektroschocks ein. Verbittert von einer Krankheit, die ihn physisch demütigte und sein Schreiben beeinträchtigte, beging Hemingway am 2. Juli 1961 mit einem Jagdgewehr Selbstmord.

Hemingway besuchte den afrikanischen Kontinent zweimal in seinem Leben. 1933 begab er sich auf Safari nach Ostafrika. Die 10-tägige Reise lieferte das Material für die Erzählungen The Snows of Kilimanjaro und The Short Happy Life of Francis Macomber. Er besuchte Mombasa, Nairobi, und Machakos in Kenya. Anschliessend reiste er weiter gen Tanganyika, zur Jagd in die Serengeti, in das Gebiet um den Lake Manyara, sowie westlich und südöstlich des heutigen Tarangire Nationalparks. Sein Guide war niemand geringerer als der 'weisse Jäger' Philip Hope Percival, der bereits Theodore Roosevelt auf seiner Safari im Jahre 1909 geführt hatte. Während dieser Reisen erkrankte Hemingway an der Amöbenruhr, im Zuge dessen es zu einem Darmvorfall kam und Hemingway mit dem Flugzeug gen Nairobi gerettet werden musste. Diese Erfahrung fand ihren Niederschlag in The Snows of Kilimanjaro. Zurück in Key West im Jahre 1934 begann er unverzüglich mit dem Manuskript zu Green Hills of Africa, das er 1935 unter gemischter Rezension veröffentlichte. Während er 1954 ein zweites Mal in Afrika weilte, wurde Hemingway während zweier Flugzeugabstürze schwer verletzt. Er hatte einen Sightseeing Flug über Belgisch Kongo als Weihnachtsgeschenk für seine Frau Mary gebucht. Während man die Murchison Wasserfälle aus der Luft photographieren wollte, streifte das Flugzeug einen Strommast und stürzte in den Busch. Hemingway trug eine Kopfverletzung davon, seine Frau Mary erlitt zwei gebrochene Rippen. Am nächsten Tag auf dem Weg nach Entebbe zu weiterer medizinischer Behandlung bestiegen Hemingway und seine Frau ein zweites Flugzeug, das beim Start explodierte. Hemingway erlitt Verbrennungen und eine schwere Gehirnerschütterung.

Während seiner Unternehmungen in Afrika zog es der Autor stets vor, mit allem Komfort zu reisen. Dies schloss beispielsweise die Mitnahme seiner eigenen Badewanne ein. Bis zum heutigen Tag hat sich hieraus ein eigener luxuriöser Safari Stil entwickel, den man schlicht den Hemingway Stil nennt. Diesem Stil fühlen wir uns in Shu'mata verpflichtet!